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    +++ Kreisliga Herren, TuS Eintr. Overberge - HCT II, 29:24+++

     

Der „doppelte Ingo“ arbeitet am doppelten Klassenerhalt

BERGKAMEN - In den vergangenen zwei Wochenenden holte der HC TuRa Bergkamen mit seiner Herren- und Damenmannschaft in den beiden Oberligen Westfalen die maximale Ausbeute von acht Punkten. Beide Teams sind akut abstiegsgefährdet, befinden sich aber klar auf aufsteigendem Ast. Der jüngste Erfolg muss unweigerlich mit einer Personalie in Verbindung gebracht werden: Ingo Wagner.

 
TuRa-Trainer Ingo Wagner
TuRa-Trainer Ingo Wagner
 

Der 40-Jährige Ex-Torwart coacht beide Mannschaften, investiert dafür viel Zeit, Engagement und vor allem Handballbegeisterung. WA-Mitarbeiter Mats-Yannick Roth sprach mit dem „Doppelten Ingo“, der auf dem besten Wege ist, sich den Ruf als „Feuerwehrmann vom Friedrichsberg“ zu verdienen.

 

Wie geht es einem so, wenn man mit zwei Oberligateams an zwei Spieltagen zusammen acht Punkte eingefahren hat?

Ingo Wagner: Es ist natürlich schön für die Mannschaften, sowohl bei den Damen als auch bei den Herren. Klar kommt da vor der Halle dann schon mal ein ‚Dankeschön‘ von dem ein oder anderen. Aber wichtig ist, dass wir jetzt nicht nachlassen in den nächsten Wochen.

 

Wie viel Zeit verbringen sie denn im Moment in der Handballhalle?

Wagner: Das kommt drauf an, wann wir genau trainieren. Bis auf einmal in der Woche trainieren wir mit den Männern direkt nach den Damen, das geht also eigentlich. Ich habe den Job mit zwei Mannschaften vor zwei Jahren, nachdem Christof Reichenberger den Verein verlassen hat ja schon einmal gemacht. Von daher wusste ich, was mich erwartet. Das kriegt man aber auch nur hin, wenn man in einer echten Handballerfamilie lebt. Anders ist das gar nicht zu schaffen.

 

Macht die Doppelbelastung denn überhaupt Spaß? Schon allein wegen der Zeitkomponente?


Wagner: Na klar, einige Tage sind ziemlich voll. Aber es ist nicht mehr Zeitaufwand als vor zwei Jahren, als wir mit den Damen in der Verbandsliga gespielt haben. Da waren die Fahrten nach Ostwestfalen teilweise noch weiter.

 

Bleiben wir einmal bei den Damen: Der Start lief mit 0:18-Punkten alles andere als gut. Woran liegt es, dass es jetzt auf einmal funktioniert und die Mannschaft diese Serie von immerhin 10:4-Punkten hingelegt hat?


Wagner: Das sind Kleinigkeiten, die da zusammenkommen. Zum einen mussten wir uns an die Liga gewöhnen. Der Unterschied in Tempo und Härte ist schon ziemlich deutlich im Vergleich zur Verbandsliga. Außerdem hatten wir am Anfang ziemliches Verletzungspech. Ein Beispiel ist da Anika Kneller: Die hat uns eine ganze Zeit lang gefehlt, macht jetzt in drei Spielen 24 Tore. Wir sind einfach torgefährlicher jetzt! Der Gegner kann sich nicht mehr nur auf zwei, drei Positionen bei uns einstellen. Außerdem spielen wir jetzt ähnlich wie bei den Männern mit Spezialistenwechsel in der Abwehr. Auch das hat sich schon ausgezahlt. Diesen Job füllt Janine Pawelz aus. Dadurch, dass die meisten Verletzten zurückgekehrt sind und auch einige A-Jugendliche mit trainieren, sind das jetzt ganz andere Voraussetzungen.

 

Mittlerweile sind Sie auf Platz 12 der Liga angekommen mit nur noch zwei Punkten Rückstand auf Platz acht, den HSE Hamm innehat. Wo geht die Reise dieses Jahr noch hin mit der Damenmannschaft?


Wagner: Wir orientieren uns nur am kommenden Gegner. Wir gucken da wirklich nur auf uns und müssen zusehen, dass wir unsere Punkte holen. Wenn wir das in dieser Saison noch hinbiegen und den Klassenerhalt schaffen, wäre das sensationell für die Truppe. Nach diesem Start hat da doch niemand mehr mit gerechnet. Das merkt man allein schon beim Training: Da sehe ich auf einmal wieder lachende Gesichter und die Schultern sind auch wieder oben. Die Kulisse wird auch immer besser, beim letzten Spiel am Sonntag waren bestimmt 200 Zuschauer dabei. In Riemke war der Fanclub mit und hat uns toll unterstützt. Das ist jetzt eine ganz andere Wertschätzung.

 

Kommen wir zu den Männern: Der Start mit Ihnen auf der Bank gegen Senden war schon beachtlich, danach hat es erst ein paar Rückschritte gegeben. Wie kam es dann zu den zwei Siegen gegen Gevelsberg und Augustdorf?


Wagner: Es hat keine Rückschritte gegeben! Gegen Senden muss man sagen, dass wir da einen sicheren Sieg verschenkt haben, okay. Aber danach haben wir dreimal gegen Teams von ganz oben gespielt, gegen die man halt einfach auch verlieren kann. Man konnte aber zum Beispiel in dem Spiel gegen Menden schon deutlich sehen, dass die Mannschaft sich sehr gut im Spiel gehalten und zusammen gekämpft hat. Wir sind jetzt zurückgekommen, damit haben nicht mehr viele gerechnet. Es ist ganz ähnlich wie bei den Damen, es waren kleine Schrauben, die wir verändert haben.

 

Was sind denn diese Schrauben? Mit anderen Worten: Was sind die Veränderungen, die Sie vorgenommen haben im Vergleich zur Hinrunde?


Wagner: Zum Beispiel decken wir anders. Wenn man sieht, dass ein Tobias Weßeling jetzt 58 Minuten lang durchspielen kann, weil er hinten mehr entlastet wird und nicht mehr nur in der Mitte decken muss, ist das schon toll. Wir haben zuletzt mit Simon Reininghaus und Thomas Rycharski in der Abwehrmitte gespielt, die das richtig gut gemacht haben. 25 Gegentore in Augustdorf ist schon eine starke Leistung. Außerdem brauchten auch gerade die jungen Spieler und die Neuzugänge aus tieferen Ligen einfach Zeit, um sich an die Oberliga und unser System zu gewöhnen. Wir spielen jetzt einige Konzeptionen ein wenig anders. Klar, auch das braucht Zeit, so etwas ändert man nicht in zwei, drei Tagen. Die Mannschaft hat aber verstanden, was ich von ihr möchte, und es zuletzt gut umgesetzt.

 

Wie wirkten sich die jüngsten Erfolgserlebnisse auf die Geschlossenheit und die Stimmung im Team aus?


Wagner: Ich habe mir noch einmal unser letztes Spiel auf Video angeguckt. Unsere Spiele waren am Anfang so: Einer wirft ein Tor und der Rest guckt nach draußen und zählt, wie viele Autos an der Halle vorbeifahren. Jetzt freut sich jeder über einen gefangenen Abpraller, ein Tor oder eine andere gelungene Aktion. Darüber bin ich ein wenig überrascht und finde das natürlich richtig gut. Alle pushen sich im Moment, das kann viel ausmachen.

 

Es geht jetzt gegen Nordhemmern, Möllbergen und Volmetal – was trauen Sie Ihrer Mannschaft in den kommenden Wochen zu?


Wagner: Wir schauen erst einmal nur auf den Freitag gegen LIT-Handball. Bis dahin kann ja viel passieren. Was in zwei Wochen ist, interessiert mich gar nicht. Freitag wollen wir gut vorbereitet ins Spiel gehen und uns gegen einen direkten Konkurrenten versuchen zu behaupten.

 

Wie lange ist so eine Doppelbelastung als Oberligatrainer für Männer- und Frauenmannschaft wohl zu stemmen? Für Sie als Trainer, aber auch was das Drumherum angeht mit Spielansetzungen und so weiter.


Wagner: Ich arbeite natürlich sehr eng mit Vorstand und sportlicher Leitung zusammen. Manfred Turk, Klaus Soth und Marcel Schulz nehmen mir viele organisatorische Dinge ab, anders wäre das auch wohl nicht zu bewerkstelligen.

 

Wir schreiben den 11. Mai: TuRa Bergkamens Männer hatten einen Tag vorher ihr letztes Spiel gegen Hagen II und die Damen haben gerade ihre finale Partie gegen Everswinkel absolviert – wo stehen Ihre beiden Mannschaften?


Wagner: Es ist doch ganz klar: Der Klassenerhalt mit beiden Teams wäre für mich persönlich ein Riesenerfolg. Ich bin ja mit 40 Jahren auch noch ein recht junger Trainer. Für den Verein HC TuRa Bergkamen ist es etwas ganz besonderes, zwei Mannschaften in der Oberliga spielen zu haben. Da muss man schon bis nach Menden fahren, um sonst so etwas zu haben.

 

Quelle: wa.de